Nach Untersuchungen des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Cushman &
Wakefield (C&W) wurden in Europa im dritten Quartal 2007 Gewerbeimmobilien im Volumen von
62,8 Mrd. Euro gehandelt, 23 % mehr als im Vergleichszeitraum 2006. "Aufgrund der hohen
Investmentvolumina in den ersten drei Quartalen wird 2007 ein weiteres Rekordjahr sein",
erklärt Martin Brühl, Managing Partner von C&W in Deutschland. "Wir rechnen mit einem
Gesamt-Investmentvolumen zwischen 235 bis 240 Mrd. Euro in Europa (2006: 236 Mrd.), wenngleich
der Investmentmarkt in den letzten beiden Monaten der Kreditkrise bereits Tribut gezollt
hat." So ist nach Brühl die Anzahl neuer Investmentaktivitäten deutlich zurückgegangen,
Transaktionsprozesse sind mitunter sehr langwierig geworden und zahlreiche Verhandlungen wurden
in den vergangenen Wochen einfach abgebrochen. Vor diesem Hintergrund rechnet C&W im
letzten Quartal 2007 mit einem europäischen Transaktionsvolumen von 54 bis 58 Mrd. Euro, das in
dieser Höhe 8 % bis 10 % unter dem Durchschnitt der ersten neun Monate und 30 bis 35 % unter
dem vierten Rekordquartal 2006 liegt.
Trotz des sich abzeichnenden Rekordergebnisses des europäischen Investmentmarktes und der
anziehenden Mietpreise hat sich der Immobilieninvestmentmarkt gedreht, denn erstmals seit 2003
steigen die Renditen. Im vergangenen Quartal sind die Renditen im Durchschnitt um 13 %
gestiegen, angetrieben einerseits von den westeuropäischen Immobilienmärkten, an denen die
Renditen zum Teil bis zu 20 Basispunkte gestiegen sind, gebremst andererseits von stabilen und
zum Teil gesunkenen Renditen in Mittel- und Osteuropa sowie einer starken Nachfrage nach dort
nur begrenzt vorhandenen hochwertigen Immobilien.
Obschon die europäischen Immobilienmärkte unterschiedlich stark von der Kreditkrise
getroffen wurden, rechnet C&W insgesamt mit einem Rückgang der Investmentaktivitäten im
nächsten Jahr. "Selbstverständlich bleiben einige Märkte weiterhin im Fokus der
Investoren, die sich darüber freuen, nun weniger Wettbewerb und mehr Auswahl an guten
Qualitätsimmobilien zu haben", führt Martin Brühl aus. "Zumal es nach wie vor
finanziell wohl ausgestattete Investoren mit Anlagedruck gibt, auch weiterhin neue Fonds
aufgelegt werden und man sich im Klaren darüber ist, dass die gegenwärtig vorherrschenden guten
Kaufbedingungen nicht ewig anhalten werden. Ausländische Investoren, sie hatten dieses Jahr
bislang 57 % Anteil am europäischen Investmentvolumen (2006: 44 %), werden auch weiterhin
eine führende Rolle spielen. Insbesondere langfristig orientierte Investoren aus dem Nahen
Osten, Australien und den USA interessieren sich für den europäischen Immobilienmarkt. Deutsche
Investoren sehen ihre Chancen jetzt besonders in Großbritannien, wo die Kreditkrise deutlich
stärkere Auswirkungen auf den Immobilienhandel hat und Käufer aus dem Ausland deshalb besonders
willkommen sind."
Der Anteil an Büroimmobilien am Gesamthandelsvolumen beträgt bislang 40 % und liegt 50
% über dem Ergebnis von 2006 und 55 % über den Volumina der ersten neun Monate des Vorjahres.
Bei Einzelhandelsimmobilien ist das Transaktionsvolumen um 8 % gestiegen, ihr Marktanteil ist
jedoch von fast 28 % auf 25 % gesunken.