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  • Studie „Main Streets Across the World“

    22 Sep, 2009, Frankfurt

    Mit Verspätung auf die Shoppingmeilen: Die Krise erreicht die Top-Einzelhandelslagen weltweit

    • In mehr als 50 % aller Einzelhandelsstandorte sind die Spitzenmieten gesunken
    • Münchens Kaufingerstaße steigt in die Top-Ten auf

    • Zürichs Bahnhofstrasse und Wiens Kärntnerstraße können sich behaupten
    • Junge Märkte besonders volatil
    • Toplagen mit guten Aussichten, B-Standorte weiter unter Druck

    Die Zeiten haben sich geändert. Präsentierten sich die teuersten Einzelhandelslagen der Welt 2008 noch wetterfest mit stabilen oder gar steigenden Spitzenmieten, muss im September 2009 konstatiert werden: Die weltweite Krise hat die Top-Einzelhandelslagen erreicht. In 54 % aller von Cushman & Wakefield (C&W) untersuchten Standorte sind die Spitzenmieten in den vergangenen zwölf Monaten gesunken.

    Nach der jüngsten Untersuchung „Main Streets Across the World“ von C&W sind die Fifth Avenue in New York (1.086 Euro/m²/Monat brutto), Hongkongs Causeway Bay (974 Euro/m²/Monat brutto) und die Avenue des Champs Elysées in Paris (644 Euro/m²/Monat brutto) auch 2009 die teuersten Einzelhandelsstandorte der Welt. Auf Platz vier konnte sich die Via Montenapoleone in Mailand (567 Euro/m²/Monat brutto) behaupten. Mit einer aktuellen Spitzenmiete von 496 Euro/m²/Monat brutto belegt Tokios Ginza Platz fünf (Vorjahr Rang sieben).

    Für das Gros der zehn teuersten Einzelhandelslagen weltweit werden sinkende oder maximal stabile Mietpreise ermittelt. Auch die Fifth Avenue – acht Jahre in Folge der teuerste Einzelhandelsstandort der Welt – ist von dieser Entwicklung nicht abgekoppelt: die Spitzenmiete hat hier um 8,1 % nachgegeben. „Ein Minus von 8,1 % ist nicht zu unterschätzen, aber es muss auch klar gesagt werden, dass in anderen Städten und Lagen der USA die Spitzenmieten im Zuge der Krise oftmals sehr viel stärker nachgegeben haben. So sind die Spitzenmieten zum Beispiel auf dem Rodeo Drive in Los Angeles (Beverly Hills) um über 25 % gesunken. Die Top-Lage Fifth Avenue kann sich im Vergleich gut behaupten, da sie schlicht auch in Krisenzeiten global agierenden Einzelhändlern eine einzigartige Plattform bietet. Es gibt kaum einen anderen Ort, an dem eine Marke so wirksam einem so breiten wie gleichwohl auch internationalen Publikum präsentiert werden kann. Einzelhändler wissen dies zu schätzen und halten die Nachfrage in dieser Lage hoch“, so Inga Schwarz, Leiterin der Research Abteilung bei C&W Deutschland.

    Für seinen jährlich erscheinenden internationalen Einzelhandelsreport untersucht C&W jeweils die wichtigsten Einzelhandelsstandorte der Welt. In diesem Jahr wurden 274 Standorte in 60 Ländern analysiert. Im Vergleich zum Vorjahr gab es unter den Top-Ten wesentlich mehr Bewegung. Den größten Sprung nach vorne hat die Münchener Kaufingerstraße gemacht. Sie ist von Platz zwölf auf Platz neun gestiegen. Größter Absteiger war Dublins Grafton Street, die von Platz fünf auf acht gerutscht ist.

    Bahnhofstrasse in Zürich, Kaufingerstraße in München und Kärntnerstraße in Wien sind teuerste Einkaufsstraßen im deutschsprachigen Raum

    Deutschlands teuerster Einzelhandelsstandort ist nach wie vor die Kaufingerstraße in München. Hier sind die Spitzenmieten im Jahresverlauf um 7,1 % auf 300 Euro/m²/Monat brutto gestiegen. Damit ist die Kaufinger Straße im internationalen Ranking erstmals seit 2006 wieder unter den Top-Ten. „Internationale Einzelhändler haben den deutschen Markt stets im Fokus behalten. Seine Größe und Stabilität sprechen eindeutig für die Attraktivität des Standortes“, erläutert Inga Schwarz und führt weiter aus, „München nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Die Wirtschaftskraft der Region und nicht zuletzt ihre wohlhabenden Käuferschichten ziehen vor allem internationale Einzelhändler an, die konsequent ihren Expansionskurs verfolgen. Die hohe Nachfrage in Kombination mit knappem Flächenangebot lässt die Preise entsprechend steigen.“ Neben München zahlen Deutschlands Einzelhändler die höchsten Mieten auf der Zeil in Frankfurt (260 Euro/m²/Monat brutto) und in der Kölner Schildergasse (230 Euro/m²/Monat brutto). Auf den weiteren Plätzen folgen wie auch im Vorjahr Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und Hamburg.

    Im gesamten deutschsprachigen Raum liegt die Münchener Kaufingerstraße weiterhin auf Platz zwei nach der Züricher Bahnhofstrasse (437 Euro/m²/Monat brutto), jedoch vor der Kärntnerstraße in Wien. In der teuersten Einkaufsstraße Österreichs werden in diesem Jahr Mieten von 260 Euro/m²/Monat aufgerufen.

    Junge Märkte besonders volatil

    Während in den vergangenen Jahren die Mietpreisentwicklung in den so genannten Schwellenländern nur eine Richtung kannte – und zwar nach oben – hat sich das Bild in den vergangenen zwölf Monaten gewandelt: Die Märkte sind volatil in beide Richtungen. So sind die Mieten beim Aufsteiger des Jahres 2008 (182 % Mietsteigerung), dem Colaba Causeway in Mumbai, nun um 63,5 % gefallen, gefolgt von Rio de Janeiros Sao Conrado Fashion Mall mit einem Minus von 53,4 %. Anders die Situation in Brasilien, wo Steuersenkungen dem landesweiten Konsum positive Impulse gegeben haben. Für Sao Paulos Alameda Lorena und Iguatemi Shopping wurden Mietpreissteigerungen um 111 % bzw. 79,3 % registriert. Positive Meldungen auch aus Neu Delhi mit einem Anstieg um 79,1% in der Basant Lok und in Bordeauxs Rue St. Catherine mit 17,6 % - den höchsten Mietpreissteigerungen des jeweiligen Kontinents.

    Toplagen mit guten Aussichten,
    B-Standorte weiter unter Druck

    „Weltweit scheinen sich die Einzelhandelsmärkte zunehmend zu beruhigen und zu stabilisieren. Zwar gibt es keinen Grund zur Entwarnung, doch stehen in zahlreichen großen Volkswirtschaften die Zeichen jüngst auf wirtschaftlichen Aufschwung. Das stimmt uns, was die weitere Entwicklung auf den Märkten angeht, zuversichtlich“, so Schwarz. „Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt die schwerste Phase der Rezession hinter uns. Das bedeutet jedoch nicht für alle Standorte, dass es wieder aufwärts geht. Wir gehen davon aus, dass Einzelhändler auch in den kommenden Monaten sogenannte AAA-Standorte, also die Spitzenlagen, bevorzugen werden. Der Trend des Ausstiegs aus den weniger profitablen so genannten B-Lagen in die Top-Standorte dürfte anhalten. Entsprechende Mietentwicklungen erwarten wir: stabile bis steigende Mieten in den Spitzenlagen, Korrektur nach unten in vielen B-Lagen. So ist auch mit einer Hebung der Mietniveaus auf breiter Front kurzfristig nicht zu rechnen.“

    Die teuersten Einzelhandelsstandorte der Welt 2009

     

    2009 Land Stadt Standort Euro/m²/
    Monat

    brutto

    1

    USA

    New York

    5th Avenue

    1.086

    2

    Hongkong

    Hongkong

    Causeway Bay

    974

    3

    Frankreich

    Paris

    Avenue des
    Champs Elysées

    644

    4

    Italien

    Mailand

    Via
    Montenapoleone

    567

    5

    Japan

    Tokio

    Ginza

    496

    6

    Großbritannien

    London

    New Bond Street

    490

    7

    Schweiz

    Zürich

    Bahnhofstrasse

    437

    8

    Irland

    Dublin

    Grafton Street

    363

    9

    Deutschland

    München

    Kaufingerstraße

    300

    10

    Australien

    Sydney

    Pitt Street Mall

    286

    11

    Südkorea

    Seoul

    Myeongdong

    284

    12

    Österreich

    Wien

    Kärntnerstraße

    260

    13

    Griechenland

    Athen

    Ermou

    260

    14

    Spanien

    Madrid

    Preciados

    240

    15

    Brasilien

    São Paulo

    Iguatemi
    Shopping

    225

    16

    Russland

    Moskau

    Tverskaya

    208

    17

    Singapur

    Singapur

    Orchard Road

    192

    18

    Niederlande

    Amsterdam

    Kalverstraat

    192

    19

    Dänemark

    Kopenhagen

    Strøget

    185

    20

    China

    Shanghai

    East Nanjing
    Road

    184

    21

    Kanada

    Toronto

    Bloor Street

    166

    22

    Tschechische
    Republik

    Prag

    Na Prikope/
    Wenzelsplatz

    165

    23

    Neuseeland

    Auckland/
    Wellington

    Queen Street/
    Lambton Quay

    151

    24

    Indien

    New Delhi

    Khan Markt

    150

    25

    Türkei

    Istanbul

    Abdi Ipekci
    (europ. Seite)

    142

    26

    Norwegen

    Oslo

    Karl Johan Tor

    138

    27

    Belgien

    Brüssel

    Rue Neuve

    135

    28

    Malaysia

    Kuala Lumpur

    Suria KLCC

    130

    29

    Israel

    Tel Aviv

    Ramat Aviv

    121

    30

    Finnland

    Helsinki

    Stadtzentrum

    120

    31

    Luxemburg

    Luxemburg

    Luxemburg Stadt

    117

    32

    Schweden

    Stockholm

    Biblioteksgatan

    107

    33

    Libanon

    Beirut

    Central Business
    District

    107

    34

    Ungarn

    Budapest

    Váci utca

    100

    35

    Venezuela

    Caracas

    Stadtzentrum

    100

    36

    Taiwan

    Taipei

    ZhongXiao
    E. Straße

    85

    37

    Kanalinseln

    St Helier

    King Street

    84

    38

    Polen

    Warschau

    ul. Nowy Swiat

    84

    39

    Bulgarien

    Sofia

    Vitosha Blvd

    80

    40

    Portugal

    Lissabon

    Chiado

    80

    41

    Rumänien

    Bukarest

    Bulevardul
    Magheru

    80

    42

    Slowakei

    Bratislava

    Stadtzentrum

    75

    43

    Kuwait

    Kuwait City

    Raya Mall

    74

    44

    Syrien

    Damaskus

    Cham Centre

    71

    45

    Ver. Arabische
    Emirate

    Dubai

    Mall of the
    Emirates

    70

    46

    Indonesien

    Jakarta

    CBD

    66

    47

    Argentinien

    Buenos Aires

    Florida

    65

    48

    Vietnam

    Ho Chi Minh City

    Central Business
    District

    64


    Die teuersten Einzelhandelsstandorte in Deutschland 2009

    Stadt

    Standort

    Euro/m²/
    Monat brutto

    München

    Kaufingerstraße

    300

    Frankfurt

    Zeil

    260

    Köln

    Schildergasse

    230

    Düsseldorf

    Königsallee

    220

    Berlin

    Tauentzienstraße (Süd)

    220

    Quelle: Cushman & Wakefield   Main Streets Across the World 2009

     

    Die teuersten Einzelhandelsstandorte im
    deutschsprachigen Raum 2009

    Stadt

    Standort

    Euro/m²/Monat

    brutto

    Zürich

    Bahnhofstrasse

    437

    München

    Kaufingerstraße

    300

    Frankfurt

    Zeil

    260

    Wien

    Kärntnerstraße

    260

    Köln

    Schildergasse

    230

    Düsseldorf

    Königsallee

    220

    Berlin

    Tauentzienstraße (Süd)

    220

    Düsseldorf

    Königsallee

    220

    Stuttgart

    Königstraße

    220

    Genf

    Rue de Rhone

    219

    Hamburg

    Mönckebergstraße

    210

    Bern

    Marktgasse/Spitalgasse

    164

    Basel

    Freiestrasse

    153

    Vienna

    Mariahilferstraße

    130

    Salzburg

    Getreidegasse

    120

    Leipzig

    Peterstraße

    110

    Graz

    Herrengasse

    105

    Linz

    Landstraße

    105

    Dresden

    Pragerstraße

    95

    Innsbruck

    Maria Theresienstraße

    80

     

    Quelle: Cushman & Wakefield   Main Streets Across the World 2009



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