Vermietungsvolumen in Frankfurt im ersten Halbjahr dank EZB bei 230.000 m²
Spitzenmieten und Leerstand stabil
Das Vermietungsvolumen auf dem Frankfurter Büromarkt beläuft sich im ersten Halbjahr 2010
auf rund 230.000 m² - ein Umsatzvolumen, das in Zeiten der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft wie
ein Sommermärchen auf dem Frankfurter Büroflächenmarkt
anmutet. 230.000 m² Vermietungsvolumen, das klingt nach gestiegener und vor allem endlich
wieder reger Markttätigkeit. Ein Blick auf die Einzeltransaktionen zeigt jedoch: Dieses
Halbjahresergebnis wird in erster Linie von dem nun in Bau gegangenen neuen Hauptsitz der
Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter Ostend getragen. Die neue Zentrale der EZB,
inklusive ihrer Sonderbereiche wie Konferenz- und Besucherzentrum, trägt 104.000 m² zum
Gesamtvermietungsvolumen bei. Ein stattlicher Marktanteil von 45 % im ersten Halbjahr. Ohne die
EZB-Transaktion würde sich das Umsatzvolumen im zweiten Quartal auf nur rund 69.800 m²
belaufen.
Nach dem internationalen Immobilienberatungsunternehmen Cushman & Wakefield (C&W)
sind Großtransaktionen wie die der EZB weiterhin eine tragende Säule des Frankfurter
Büroflächenmarktes. So hat zum Beispiel 2009 der Mietvertrag der Deutschen Bahn mit 72.000 m²
den Markt gestützt. „In gewisser Weise gilt somit auch für das erste Halbjahr 2010: Business as
usual“, konstatiert Dennis Stern vom Frankfurter
C&W-Bürovermietungsteam und führt weiter aus: „Erfreulich hingegen ist die Entwicklung
im wichtigen Größensegment zwischen 5.000 m² und 10.000 m². Hier sind nach dem vierten Quartal
2009 und dem ersten Quartal 2010 erstmals wieder Verträge geschlossen worden: Drei Mietverträge
über insgesamt rund 19.700 m².“
Die Leerstandsrate ist auch zur Jahreshälfte stabil bei 14,8 %. Insgesamt stehen aktuell
rund 1,75 Mio. m² Büroflächen kurzfristig zur Anmietung zur Verfügung. Der Büroflächenbestand
beläuft sich in der Mainmetropole im Juni 2010 auf rund 11,81 Mio. m². Inklusive der Sanierung
des Silver Tower und der Zwillingstürme der Deutschen Bank sowie dem Bau der neuen EZB-Zentrale
befinden sich im Moment rund 521.800 m² in Bau.
Zum Ende des zweiten Quartals präsentiert sich die Spitzenmiete in Frankfurt stabil bei
34,00 EUR/m² im Monat. Im gesamten Marktgebiet haben sich die Mietpreise verfestigt. Eine
weitere Abwärtsbewegung ist nicht mehr zu beobachten. Allerdings sind Bestandshalter von
Objekten in peripheren Lagen im Sommer 2010 bereit, umfangreichere Incentive-Pakete als noch
vor einigen Monaten zu gewähren.
„Zur Jahreshälfte sendet die Realwirtschaft verstärkt positive Signale aus. Die
konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort, genauso wie die gute
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Das gibt Anlass, insgesamt optimistischer ins zweite Halbjahr
zu gehen“, so Inga Schwarz, Leiterin der Research von C&W Deutschland. „Allerdings sind wir
noch lange davon entfernt, wieder von eitel Sonnenschein zu sprechen. Wirtschaftsexperten
weisen weiterhin eindringlich darauf hin, dass die Finanzkrise noch nicht verdaut ist und auch
die Deutschen Konsumenten zeigen sich verunsichert, was ihre zukünftigen Einkommenserwartungen
angeht – Zeichen, die nicht zu unterschätzen sind.
Insgesamt erwarten wir im zweiten Halbjahr eine moderate Marktbelebung und ein Jahresergebnis
leicht über dem von 2009. Ein Sommermärchen sieht anders aus.“