• Vermietungsvolumen auf dem Frankfurter Büroflächenmarkt im 3. Quartal bei 162.000 m²
• Belebung in allen Größensegmenten
• Spitzenmiete unverändert
• Alle Zeichen stehen auf Jahresumsatz jenseits der 500.000 m²
Der Frankfurter Büromarkt ist nach der Sommerpause durchaus dynamisch ins zweite Halbjahr
gestartet. Insgesamt wurden rund 162.000 m² Bürofläche neu angemietet. Es ist das stärkste
dritte Quartal seit 2007 – damals hatte die PWC mit ihrer 60.000-m²-Anmietung im Projekt
Tower185 den Quartalsumsatz maßgeblich gestützt. Insgesamt beläuft sich das Vermietungsvolumen
2010 bis dato auf rund 392.000 m², ein Plus von knapp 40 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die
Handbremse, die viele Akteure in den Zeiten weltwirtschaftlicher Turbulenzen angezogen hatten,
scheint gelöst.
Belebung in allen Größensegmenten
Nach dem internationalen Immobilienberater Cushman & Wakefield (C&W) hat sich der
Markt in allen Größensegmenten belebt. „Mit der Eigennutzertransaktion der Allianz Global
Investors über rund 28.700 m² im Triton haben wir sicherlich einen bemerkenswerten
Großabschluss. Doch was uns umso mehr freut, ist die insgesamt breite Marktbelebung“, so Dennis
Stern aus der
Frankfurter Bürovermietungsabteilung von C&W. „Insbesondere in den Branchen „Banken und
Finanzdienstleister“, „Beratung“ und „IT und Kommunikation“ ist die Zahl der Mietverträge und
gleichzeitig das Vermietungsvolumen stark gestiegen: Sie vereinigen 53 % des
Vermietungsvolumens im dritten Quartal auf sich. Weiterhin beobachten wir mit Aufmerksamkeit,
dass internationale Unternehmen wieder den ersten Schritt nach Frankfurt wagen. Allein im
Opernturm wurden zwei Mietverträge an Neu-Frankfurter-Unternehmen vermietet. Das Vertrauen in
den Standort und seine Zukunft scheint da. Wir sind gespannt, ob sich diese Entwicklung in den
kommenden Monaten fortsetzt.“ Weiterhin hat sich der Markt besonders im Größensegment 1.000 bis
3.000 m² belebt. Die Zahl der Verträge beläuft sich im dritten Quartal auf 27 (Umsatzvolumen:
38.900 m²). Fast so viele wie im gesamten ersten Halbjahr.
Leerstandsvolumen leicht gesunken
Das Volumen der Leerstandsflächen ist im dritten Quartal leicht gesunken. Aktuell stehen
rund 1.61 Mio. m² kurzfristig zur Anmietung zur Verfügung. Bei einem Gesamtbestand von 11,98
Mio. m² entspricht dies einer Leerstandsrate von 14,7 % (zweites Quartal: 14,8 %). „Die
Nachfrage der Mieter konzentriert sich mehr denn je auf hochwertige Flächen. Das Gros der
Unternehmen macht sich die derzeit günstigen Mietkonditionen zu Nutze und verbessert seine
Flächen hinsichtlich Ausstattung und Adresse. Das Problem des so genannten Sockelleerstandes
ist und bleibt auf der Agenda“, so Dennis Stern. „Weiterhin reagieren Eigentümer durchaus auch
mit Umnutzung ihrer Objekte auf diese Leerstandssituation. Im dritten Quartal wurden fünf
Büroobjekte vom Markt genommen, die nun einer Wohn- oder auch Hotelnutzung zugeführt
werden.“
Im dritten Quartal wurden rund 187.200 m² Bürofläche fertig gestellt. Inklusive der
Sanierungen des Silver Towers und der Deutsche-Bank-Türme Soll & Haben befinden sich
aktuell 394.000 m² in Bau.
Spitzenmiete unverändert
Ende September 2010 liegt die Spitzenmiete unverändert bei € 34,00 pro m²/Monat und wird im
Westend erzielt. Das Frankfurter Premiumobjekt Opernturm steht bei potenziellen Neumietern hoch
im Kurs. Für Flächen in diesem so genannten Trophy-Building sind die Mieter bereit,
entsprechende Mietpreise zu zahlen. Insgesamt präsentieren sich die Mietpreisniveaus im Frankfurter
Marktgebiet zu Beginn der zweiten Jahreshälfte stabil. Auch der Umfang der Incentive-Pakete,
die vor allem Eigentümer in peripheren Lagen bereit zu gewähren sind, ist nicht weiter
gestiegen.
Alle Zeichen stehen auf Jahresumsatz jenseits der 500.000 m²
„Dieses Quartalsergebnis hätten wir noch zu WM-Zeiten nicht für möglich gehalten“, so Inga
Schwarz, Leiterin der
Research-Abteilung von C&W Deutschland. „Die Akteure haben das gesamte erste Halbjahr
über sehr verhalten agiert, und das Halbjahresergebnis wurde maßgeblich von der
Eigennutzertransaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter Ostend mit einer
Fläche von 104.000 m² getragen. Nun zu Beginn des Herbstes scheint es, dass die Unternehmer den
guten Nachrichten und Zahlen, die die deutsche Wirtschaft seit Wochen aussendet, Glauben
schenken. Und nicht nur das: die sich stabilisierende Wirtschaft und der sich abzeichnende Pfad
langsamen Wirtschaftswachstums scheinen Vertrauen zu geben. Die Talsohle scheint in den Köpfen
weitestgehend durchschritten. Für das Jahresende erwarten wir eine stabile Marktentwicklung.
Das Gesamtjahresergebnis dürfte jenseits der 500.000-m²-Marke liegen.“