• Vermietungsvolumen im vergangenen Jahr bei 685.000 m²
• Anmietungsstarke Branchen könnten Berlin zu einem zweiten „Silicon Valley“ machen
• Leerstand gesunken
• Spitzenmiete bei 21,50 Euro
Der Berliner Büroflächenmarkt blickt auf ein Rekordjahr zurück. In den vergangenen zwölf
Monaten wurden rund 685.000 m² Bürofläche neu angemietet. Damit hat der Markt ein in der
Hauptstadt noch nicht bekanntes Niveau erreicht. Das bereits gute Vorjahresergebnis (505.000
m²) konnte um fast 36 % gesteigert werden. Der jüngste Flächenumsatz liegt nach Angaben von
Cushman & Wakefield (C&W) beeindruckende 55 % über dem Durchschnitt der vergangenen
zehn Jahre (Durchschnitt: 442.000 m²).
Die internationalen Immobilienberater berichten, dass sich das Anmietungsgeschehen über
fast alle Wirtschaftszweige und Institutionen hinweg maßgeblich gesteigert hat. Dies gelte
sowohl für die Branchen, die in Berlin traditionell das Marktgeschehen wesentlich prägen, wie
auch für Branchen, die bisher nur selten im Fokus der Marktanalyse standen.
Eine der stärksten Mietergruppen 2011 war die öffentliche Hand. Das Anmietungsvolumen ist hier
um 15 % gestiegen und der Marktanteil lag 2011 bei rund 13 %. Stärker noch war der Anstieg des
Anmietungsvolumens bei den Unternehmen der Informations- und Kommunikationsbranche: mit einem
Plus von 24,5 % steuerten sie rund 11 % zum Gesamtjahresergebnis bei. Es folgen mit
Vermietungsvolumina von 62.000 m² bzw. 56.000 m² die Beratungsgesellschaften (+138 %) und die
Verwaltungen von Industrieunternehmen. Letztere Branche konnte das gute Vorjahresergebnis
aufgrund der Großanmietungen 2010 von Bosch Siemens, Total und der Telekom nicht
einstellen.
„Unter all den positiven Meldungen stechen die Zahlen der IT-Branche und der
Handelsunternehmen hervor“, so Lisa Ebert vom
Berliner Vermietungsteam von Cushman & Wakefield. „In diesen Branchen finden sich die
Unternehmen, die Berlin laut jüngsten Medienberichten zu einem zweiten Silicon Valley machen
könnten. Es sind Unternehmen mit Spezialisten für die Entwicklung neuer Informations- und
Kommunikationstechnologien, aber auch mit kreativen Köpfen, die neue Wege in den
wachstumsstarken Bereichen des E- und M-Commerce beschreiten. Die Übergänge sind oftmals
fließend: zwischen Unternehmen und innerhalb einzelner Unternehmen. In jedem Fall ein starkes
Cluster, das 2011 durch starke Anmietungstätigkeit auffiel. So haben Amazon (ca. 8.000 m²),
Groupon (ca. 8.100 m²) und Zalando (in toto ca. 6.000 m²) den Marktanteil der
Handelsunternehmen auf bis dato nicht erreichte 8 % (53.000 m² absolut). Ähnlich ist die
Entwicklung in der IT-Branche: Vor allem kleinteilige Anmietungen ließen das Ergebnis hier auf
fast 75.000 m² ansteigen. Darunter waren in beiden Branchen viele Start-Ups, Markteintritte in
den deutschen Markt und auch Expansionen. Ein starkes Zeichen für die Attraktivität des
Standortes Berlin. Die Unternehmen wissen die Standortvorteile Berlins zu schätzen. Und das
sind neben den Synergien insbesondere die hoch ausgebildeten Arbeitskräfte, die im nationalen
und internationalen Vergleich günstigen Büro- und Wohnungsmieten, die Infrastruktur und nicht
zuletzt das typische Berliner Flair mit einem Kulturangebot, das seinesgleichen sucht.“
Im vierten Quartal in Folge ist die Leerstandsrate in Berlin gesunken. Sie wird aktuell bei
7,8 % registriert. Bei einem aktuellen Flächenbestand von 17,45 Mio. m² stehen Ende Dezember
1,36 Mio. m² zur kurzfristigen Anmietung zur Verfügung. „Der Trend, dass kaum ein Entwickler
spekulativ Projekte angeht während die Netto-Absorption positiv ist, setzt sich fort“, so Lisa
Ebert. „Entsprechend gehen wir für 2012 davon aus, dass das Leerstandsvolumen weiter sukzessive
sinken wird. Dies wird insbesondere für Berlin Mitte und die City-Ost gelten.“
Im vergangenen Jahr wurden 135.000 m² Bürofläche fertig gestellt. Das Volumen der Flächen in
Bau wird aktuell bei 284.00 m² notiert.
Die Spitzenmiete lag Ende Dezember 2011 bei € 21,50 pro m². Sie ist damit im vierten Quartal
um 0,50 Euro pro Quadratmeter im Monat gestiegen und wird weiterhin im Teilmarkt Mitte-1A
erzielt. „Über das gesamte Marktgebiet hinweg können wir leicht ansteigende Mietniveaus
registrieren, während Incentive-Pakete sukzessive an Umfang verlieren“, betont Lisa Ebert und
führt fort: „Dies gilt insbesondere für die favorisierten zentralen Berliner Lagen. Wir gehen
davon aus, dass sich dieser Trend im kommenden Jahr fortsetzen wird. Zum gegenwärtigen
Zeitpunkt halten wir allerdings eine Wiederholung des diesjährigen Flächenumsatzes nicht für
möglich und rechnen damit, dass sich das Anmietungsvolumen 2012 auf einem Niveau um die 500.000
m² einpendeln wird. Nicht zuletzt ist die Stimmung unter den Marktteilnehmern zum Jahreswechsel
unverändert gut, trotz der insgesamt wenig Mut machenden Wirtschaftsprognosen für das kommende
Jahr.“