Die meisten afrikanischen Länder und Staaten des Nahen Ostens verfügen über keine
nennenswerten Büromärkte, und an nur wenigen Standorten ist ein ausreichendes Angebot an
modernen Büroimmobilien vorhanden. Aufgrund der zum Teil hohen Nachfrage nach Büroflächen
liegen die Spitzenmieten an einigen Standorten dieser Regionen weit über dem europäischen
Durchschnitt. Für seine Studie "Emerging Markets –
Africa & The Middle East" hat das internationale Immobilienberatungsunternehmen
Cushman & Wakefield (C&W) 22 afrikanische Büromärkte und 13 im Nahen Osten
untersucht.
Anzahl und Qualität der Büroflächen sowie Mietpreise präsentieren sich in der C&W-Studie
in enger Relation zu den Ressourcen eines Landes: Diejenigen Länder, die über Ölvorkommen oder
andere Rohstoffe verfügen, haben zumeist auch stabilere politische und wirtschaftliche
Verhältnisse und sind sowohl für ausländische Unternehmen als auch Investoren attraktiv.
Büroflächen sind hier häufig gesucht und aufgrund des knappen Angebotes teuer.
In wirtschaftlich unentwickelten Ländern und an Standorten, die sich erst am Beginn ihrer
wirtschaftlichen Entwicklung befinden, gibt es zumeist keine qualitativ akzeptablen
Büroflächen, so dass Unternehmen dort dazu gezwungen sind, ihre Büros in Hotels oder
umfunktionierten Wohngebäuden einzurichten.
Kuwait und Luanda sind die teuersten Standorte
Die teuersten Standorte des Nahen Ostens und Afrikas befinden sich in Kuwait, Angola und dem
Iran. In Kuwait-Stadt wurde im vergangenen Jahr die Spitzenmiete von fast 47
Euro/m²/brutto/Monat registriert. Sie ist nach C&W auf die hohe Nachfrage irakischer
Unternehmen zurückzuführen, die in Kuwait-Stadt ihre Zentralen eingerichtet haben. An zweiter
Stelle folgte Luanda, Dreh- und Angelpunkt der Ölproduzenten und Diamantenminen in Angola, mit
über 38 Euro/m²/brutto/Monat und an dritter Teheran mit knapp über 35 Euro/m²/brutto/Monat
Spitzenmiete.
Das modernste Büroflächenangebot dieser Region ist in den arabischen Golfstaaten, Israel und
Südafrika zu finden. In Dubai betrug die Spitzenmiete im vergangenen Jahr über 34
Euro/m²/brutto/Monat, in Katar über 26 Euro/m²/brutto/Monat und in Muskat über 20
Euro/m²/brutto/Monat.
In Tel Aviv wurde 2006 die Spitzenmiete von fast 13 Euro/m²/brutto/Monat erzielt.
Auf dem afrikanischen Kontinent sind Algier, Maputo und Lagos die teuersten Bürostandorte
nach Luanda.
Am besten entwickelt ist der Büromarkt in Südafrika. Die durchschnittlichen Büromieten
betragen in Pretoria 10 Euro/m²/brutto/Monat und in Johannesburg zwischen 4 und 6
Euro/m²/brutto/Monat.