• Leerstand sinkt weiter
• Spitzenmieten ziehen an
Der Berliner Büroflächenmarkt hat im zweiten Jahr in Folge ein Rekordergebnis eingefahren.
Das sehr starke Vorjahresergebnis mit 685.000 m² vermieteter Bürofläche wurde im Jahr 2012 mit
einem Flächenumsatz von 693.000 m² überholt. Das Vermietungsvolumen 2012 liegt damit 47 % über
dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Insbesondere im zweiten und dritten Quartal
zeigten sich die Berliner Unternehmen anmietungsstark. Der Flächenumsatz lag in beiden
Sommerquartalen bei überdurchschnittlichen 190.000 m². Doch auch zum Jahresende wurde mit einem
Quartalsumsatz von 173.000 m² ein gutes Ergebnis erzielt.
Nach dem internationalen Immobilienberatungsunternehmen Cushman & Wakefield (C&W)
präsentierte sich der Berliner Büroflächenmarkt in allen Größensegmenten sehr stabil. Wie im
Vorjahr haben Verträge mit einer Mietfläche unter 1.000 m² rund 41 % des Vermietungsumsatzes
beigesteuert. Ähnlich stabil war auch die Anmietungstätigkeit in den anderen Größenklassen.
Besonders konstant war das Anmietungsgeschehen in der Größenklasse über 5.000 m². Erneut haben
diese großflächigen Verträge 31 % zum Jahresergebnis beigetragen. „Auf eine Bewegung muss aber
in diesem Zusammenhang hingewiesen werden“, ergänzt Lisa Ebert aus der Berliner
Bürovermietungsabteilung von C&W. „Während wir 2011 vier Verträge jenseits der 10.000 m²
mit insgesamt 103.400 m² registriert haben, waren es in den vergangenen zwölf Monaten zehn
Verträge mit einem Gesamtvolumen von 170.400 m². Ein ausgesprochen positives Signal für den
Standort, denn in diesem Jahr hat nicht nur die für Berlin traditionell wichtige öffentliche
Hand mehrere großflächige Mietverträge abgeschlossen, sondern auch das Beratungsunternehmen
PricewaterhouseCoopers (24.400 m²) und Zalando, der Shooting-Star der Online-Szene. Der
Online-Versandhändler hat im vergangenen Jahr allein drei Verträge jenseits der 10.000 m²
abgeschlossen (Summe: 58.900 m²) und sich damit ganz klar langfristig an seinen Heimatstandort
Berlin gebunden.“
Insbesondere die umfangreiche Anmietungstätigkeit von Zalando hat den Marktanteil von
Handelsunternehmen auf überdurchschnittliche 13 % (92.400 m²) steigen lassen. Der Handel war
damit im Flächenumsatz führend, noch vor der öffentlichen Hand mit 12 % (83.900 m²) und den
Beratungsgesellschaften, die 10 % (67.000 m²) zum Jahresumsatz beigetragen haben. Wichtige
Umsatzträger waren im Jahr 2012 weiterhin Einrichtungen im Bereich Bildung, Soziales (10 %) und
Unternehmen aus IT/EDV und Kommunikation (8 %). „Mit Jahresumsätzen zum Teil deutlich jenseits
der 50.000-m²-Marke hat sich die IT-Branche in den vergangenen drei Jahren zu einer stabilen
Größe im Berliner Markt entwickelt“, so Lisa Ebert. „Gemeinsam mit Berlins so genannter
Kreativszene sorgen die Unternehmen und Start-Ups der IT-Branche dafür, dass die Hauptstadt
auch weit jenseits der deutschen Grenzen den Ruf eines zweiten Silicon Valleys genießt.“
Leerstandrate sinkt weiter
Die Berliner Leerstandsrate ist in den vergangenen zwei Jahren in jedem Quartal gesunken.
Aktuell wird sie bei 7,0 % notiert (Dezember 2011: 7,8 %). Am Ende des Jahres 2012 belief sich
der Berliner Büroflächenbestand auf 17,54 Mio. m², davon standen 1,23 Mio. m² kurzfristig zur
Verfügung. „Wir erwarten für 2013 eine Fortsetzung dieses rückläufigen Trends“, so Ebert. „Das
Baufertigstellungsvolumen dürfte im kommenden Jahr nur moderat auf 138.000 m² steigen. Davon
sind bereits heute rund 50 % vorvermietet. Wenn der Berliner Markt weiterhin so aktiv sein wird
wie in den vergangenen Monaten – und vieles deutet darauf hin – dann wird auch das Volumen der
verfügbaren Flächen sinken.“ Mit Blick auf die Flächenqualitäten der aktuell leer stehenden
Büros führt die Beraterin weiter aus: „Wer jetzt moderne Büroflächen mit einer Mietfläche
größer 2.000 m² sucht, der wird kaum schnell fündig werden. Der Berliner Markt verfügt im
Moment einfach nicht in ausreichendem Maße über entsprechende Bestandsflächen. Die ersten
Unternehmen, die daraus die Konsequenz gezogen und in Projektentwicklungen Mietverträge
abgeschlossen haben, sind zum Beispiel. PricewaterhouseCoopers am Kapellenufer (24.400 m²) und
Zalando im „Hotel & Office Campus“ in Friedrichshain (19.200 m²).“
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 111.000 m² neue Büroflächen in der Bundeshauptstadt fertig
gestellt.
Spitzenmiete unter Aufwärtsdruck
Die Spitzenmiete ist im letzten Quartal des Jahres 2012 von € 21,50 pro m²/Monat auf € 22,00
pro m²/Monat gestiegen und dürfte angesichts des anhaltend geringen Flächenangebotes im
hochwertigen Qualitätssegment auch im kommenden Jahr unter moderatem Aufwärtsdruck stehen.
Insgesamt präsentieren sich die Berliner Mietpreisniveaus in allen Teilmärkten sehr stabil.
„Wir blicken verhalten optimistisch den kommenden zwölf Monaten auf dem Berliner
Büroflächenmarkt entgegen“, so Lisa Ebert. „Die deutsche Wirtschaft präsentierte sich zum
Jahreswechsel in guter Verfassung und die Berliner Unternehmer zeigten sich in den vergangenen
Monaten wenig beeindruckt von den insgesamt eingetrübten Wirtschaftsaussichten. Es scheint zwar
unwahrscheinlich, dass 2013 erneut derartig viele Großtransaktionen erfolgreich zum Abschluss
gebracht werden können, doch so oder so gehen wir davon aus, dass der mittlerweile gut
aufgestellte Berliner Markt im kommenden Jahr wieder ein gutes Ergebnis jenseits der
500.000-m²-Marke erzielen wird.“